Sonntag, 17. Januar 2016

Kolmanskop

Eigentlich hatte ich Kolmanskop schon abgeschrieben, als sich eine überraschende Mitfahrgelegenheit bietet.
Auf der Hauptstraße von Lüderitz, der Bismarckstrasse, suchen sogenannte Taxenfahrer Touristen, die aussehen, als wollten sie dorthin. Offenbar erkennt man die sofort...

Lüderitz selbst ist schließlich rasch besichtigt und was tun mit der ganzen Freizeit?
Für 20€ bin ich mit von der Partie.


Um 1910 war Kolmanskop  eine der reichsten Städte der Welt. Seit den 50/er Jahren wohnt niemand mehr dort.
Ein Mann namens Nama Coleman blieb hier 1905 mit seinem Ochsenkarren in einer Düne stecken. Nach ihm wurde der Ort benannt: Kolmannskuppe.


1908 fanden 2 Eisenbahnarbeiter dort zufällig Diamanten, und bald schon war ein Camp für weitere Diamantsucher errichtet.
Den Fotos nach zu urteilen, wurden die Diamanten anfangs haufenweise aus dem Sand gefischt. Anstrengend war es sicher trotzdem.


Es gab ein Schulhaus, ein großes Krankenhaus, Gebäude für Junggesellen und auch für Verheiratete.
Trotz der lebensfeindlichen Umgebung gab es jede Menge Luxus. Alles musste herbeigeschafft werden, auch das Wasser zum Trinken und zum Füllen der Badewannen.


Sogar eine funktionierende Eisfabrik ist noch mit ihren rostenden Anlagen zu besichtigen. Die Firma Linde hat sie errichtet. Jeden Morgen bekamen die Bewohner Getränke, Wasser und Eisblöcke frei Haus geliefert!
An der Ladenstraße 


konnte man eine Runde kegeln, 



oder bei der Ladenbesitzerin einkaufen.
Ihr Haus wird gepflegt und dient als Museum, 




während der Rest sich zur zugewehten Geisterstadt entwickelt hat.
"Oh, wie bei meiner Oma", tönt es alle paar Minuten. Ich kann mich da ebenfalls einreihen mit meinen Erinnerungen.

Wind, Sand und Sonne arbeiten unentwegt an den verbliebenen Zeitzeugnissen.
Am besten lässt es sich an den Fenster- und Türöffnungen im Krankenhaus sehen.





Das Lehrerhaus ist so zugeweht, dass man es gar nicht mehr betreten kann.
Da ich sehr mühsam den Sandhang links hochgestiegen war, um mich im Haus umzusehen, war ich ein wenig enttäuscht, aber dafür sehr verschwitzt.


Vor im Sand versteckten Schlangen wird gewarnt. Meine Sandalen kann ich aber nun nicht mehr gegen geschlossene Schuhe tauschen. Ich war ja nicht auf derartige Abenteuer eingerichtet. 
Es ist gut gegangen.

Auf der Rückfahrt sehen wir 2 Springböcke zwischen den Steinen und ein kleines Rudel an einer Wasserstelle.


Auf dem Foto sind sie so klein, dass nun ein ausgestopftes Exemplar herhalten muss.


Über die Straße fliegt der Sand. An manchen Stellen könne er über Nacht bis zu einem Meter hoch liegen, erzählt er Fahrer.

Dann lässt er uns bei der Felsenkirche raus.  Es gibt doch noch einiges zu sehen in Lüderitz.

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