Sonntag, 10. Januar 2016

Ascension Island - Horch und Guck

9.1.16
Die Insel wurde 1501 entdeckt, erschien lebensfeindlich und geriet für die nächsten 300 Jahre immer wieder in Vergessenheit, bis man ein schönes Plätzchen für Napoleon auf St. Helena gefunden hatte.
Die Briten wollten partout nicht, dass er von dort womöglich durch Franzosen befreit würde und gründeten vorsichtshalber auf Ascension  eine Garnison.
Auch Charles Darwin hat sich hier umgesehen und trug  erfolgreich zur Bepflanzung des Archipels bei. Es gebe heute sogar Wälder auf der Insel.
Zu sehen bekommen wir sie nicht... pst... alles geheim hier...
Viele Meeresschildkröten treffen sich hier zum  Paaren und um ihre Eier ablegen, bevor sie an die brasilianische Küste zurück schwimmen.
Die Insel ist ein regelrechter Kommunikationsknoten im Südatlantik. Im 2. Weltkrieg gab es eine Bodenstation der US Air Force und 1964 eine Bodenstation der Nasa.
Erst seit 2002 dürfen Touristen die Insel besuchen. Es gibt sogar einen Flughafen der Royal Air Force, auch Touristen werden bei Bedarf transportiert. 
Die derzeit 900 Einwohner sind froh, nicht immer auf ein Schiff angewiesen zu sein.
Hauptbeschäftigung auf dieser Insel ist aber wohl immer noch das Spionieren.


Hauptort ist Georgetown, das wir nur mit einem speziellen "Landing Permit " betreten dürfen. Es enthält auch die zwingend einzuhaltenden Verhaltensregeln. Bei Nichtbefolgung erfolgt die sofortige Ausweisung.
So darf man zB die Grenzen Georgetowns nicht verlassen, sich kein Auto oder Fahrrad mieten und nicht ins Wasser gehen. Letzteres wäre auch nur in selbstmörderischer Absicht anzuraten. Gerade letzte Woche habe die gefährliche Unterströmung einen der wenigen Bewohner hier ins Meer gerissen, für immer...
Rita kann es nicht lassen und steckt die Beine zu weit rein. Prompt kommt eine der Wellen, zerrt an ihr. Im Nu ist sie bis zu den Oberschenkeln nass und sandig. Zum Glück muss ich nicht alleine weiter reisen ...
Aber erst einmal müssen wir an Land kommen, und das ist nicht ganz einfach.
Das Einsteigen in das Tenderboot ist von ziemlich heftigem Auf und Ab der Wellen begleitet. Der Kapitän höchstpersönlich kontrolliert die Ausflugswilligen und schickt die Wackeligen gnadenlos weg. Die meisten haben sich allerdings schon an die Anweisungen  gehalten und bleiben mit ihren Gehhilfen freiwillig an Deck.
Schwieriger als der Einstieg ist der Ausstieg, da es nichts weiter als ein paar alte Reifen als Puffer und eine steile Treppe gibt, die man erklimmen muss, nachdem man den Sprung aus dem Boot geschafft hat.


Es ist brütend heiß, 70% Luftfeuchtigkeit und nur den Fischen ist es erlaubt, zu schwimmen.

Auf dieser Vulkaninsel gibt es 44 Krater. Die höchste Erhebung ist 859 m hoch.

So liegen nicht nur die vielen Satellitenschüsseln, Antennen und was man zu Spionieren noch so alles braucht, auf Vulkankegeln, sondern auch das alte Fort. 


Nach schweißtreibendem Aufstieg wird man mit einen schönen Blick von oben belohnt.



Ein paar ehemalige Museumsräume gibt es im Fort. Einer mit wenig Mobiliar,


in den anderen nichts als Flaschen. Offenbar haben die Leute hier viel Durst.



Es ist uns auch gestattet, einen weiteren Berg, den Cross Hill, zu erklimmen, aber nur bis zu den Kanonen und einem Aussichtspunkt namens Jubilee.
Mir reicht für heute ein Aussichtspunkt. 

Mein Wunschtraum, im einzigen Hotel der Insel einen Kaffee zu trinken platzt. Momentan nicht geöffnet...


Kein Wunder, wir sind das erste Kreuzfahrtschiff seit 3 Jahren, das Touristen an Land gebracht hat. 
Die Bewohner kriegen beim Spionieren bestimmt ihren Kaffee umsonst, da lohnt sich tagsüber das Öffnen eines Lokals nicht.

Die Kirchentür von St. Mary The Virgin Church muss immer geschlossen werden, sonst machen es sich die Esel der Insel dort bequem. 


Von den Eseln haben wir allerdings nur ihre reichlichen Hinterlassenschaften gesehen.

Einige wenige ansprechende Gebäude gibt es, zB das Gouvernement House 


und den Exiles Club, das eindeutig repräsentativste unter ihnen.



Weniger repräsentativ sind die Terrassen der einfacheren Einwohner, aber gemütlich allemal.


Die Vorgärtchen werden gepflegt und manche Bougainvillea darf ihre Pracht zeigen, während ein anderer mit seinem Lieblingsspielzeug auf und ab fährt.


Zum Schluss meines Rundgangs lande ich am Strand. Die Wellen sind wirklich beeindruckend. Die Wolken auch.


Von diesen Fischen liegen einige wie gebraten im Sand.


Schweißgebadet begebe ich mich ins Tenderboot und bin froh, wieder an Bord klettern zu dürfen.


Mit meinem Teleobjektiv kann ich nicht nur gut die Satellitenschüsseln erkennen, sondern sogar ein geparktes Flugzeug. Also weiß ich nun auch, wo der Flugplatz liegt. Komme mir auch schon wie ein Spion vor.


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